Mein Weg mit Histaminintoleranz: Von den ersten Beschwerden bis hin zur Diagnose

Da immer wieder die Frage kommt, was eine Histaminintoleranz überhaupt ist, hier erstmal eine Definition:

Die Histamin-Unverträglichkeit (Histaminose) ist eine erworbene oder angebo­rene nicht immuno­logische Stoff­wechsel­störung, zu der vermutlich mehrere körperliche Ursachen und Umwelt­faktoren beitragen. Der körper­eigene Boten­stoff Histamin kann beim Betrof­fenen nicht mehr auf dem Soll­wert gehalten werden, wenn er über­mässig aus Speicher­zellen frei gesetzt wird, wenn zusätz­liches Histamin von aussen zugeführt wird (Ernährung, Darm­flora) oder wenn der enzyma­tische Abbau behindert ist. In der Folge kommt es zur Fehl­regulation zahl­reicher Körper­funktionen.

(Quelle: https://www.histaminintoleranz.ch/de/einleitung_kurzfassung.html. 19.11.2018)

Histamin ist ein Stoff, der sowohl von unserem Körper selbst produziert wird, als auch durch Nahrung zugeführt werden kann. Histamin ist zudem auch wesentlich an der Abwehr von Entzündungsprozessen im Körper beteiligt. Die Symptome können sowohl nach dem Essen und Trinken auftreten, aber auch unabhängig davon, zum Beispiel durch Stress.

Das ist jetzt erstmal einfach zusammengefasst, natürlich gibt es dazu noch unzählige weitere Informationen. Aber ich möchte vorab sagen, dass ich keinerlei medizinische Ausbildung habe und auch kein Experte auf dem Gebiet bin. Ich bin lediglich selbst davon betroffen, habe mich in das Thema eingelesen und möchte versuchen bei der Aufklärung zu helfen. Wenn ihr also noch Fragen habt oder Anmerkungen, dann schreibt mir gerne! Ich werde deswegen auch so gut es geht, weitere Seiten und Links empfehlen, auf denen man sich informieren kann!

Meine Symptome

Ich sage bewusst "Meine Symptome" weil die Symptome sehr vielfältig sein können. Da ich schon länger mit diversen Symptomen zu kämpfen hatte, bevor ich die Diagnose bekommen hab, weiß ich gar nicht mehr welche Symptome die ersten waren. Aber ein breites Spektrum durfte ich am eignen Körper erleben. Oft hatte ich Migräneattacken vom einen auf den anderen Moment. Hinzu kamen Magenkrämpfe, extreme Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall, Juckreiz, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Pusteln im Mund, Atembeschwerden, ein extrem aufgeblähter Darm, Blähungen, depressive Verstimmungen, Ausschlag, geschwollene Schleimhäute etc. Die Symptome traten oft zusammen auf, aber auch alleine und je nach Tagesform auch schlimmer oder weniger schlimm. Aber wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, ist keines dieser Symptome angenehm. Erst recht nicht, wenn man nicht weiß, woher sie kommen.

Arzt hopping

Am Anfang hab ich Magentabletten genommen und vor allem viel gewartet und gehofft, dass es endlich besser wird. Vom Arzt wurden mir am Anfang Magentabletten verordnet, das wars. Mein Zustand hat sich mit der Zeit immer verschlechtert. Nicht nur körperlich sondern auch psychisch. Ich wollte nicht mehr so viel unternehmen aus Angst, ich könnte wieder Magenkrämpfe oder Durchfall kriegen. Aus Frust habe ich mehr gegessen, was natürlich die Symptome verschlimmerte. Zu der Zeit wusste ich das aber noch nicht.

Ich bin öfters beim Arzt gewesen, aber da das normale Blutbild und ein Ultraschall keinen Aufschluss geben konnten, blieb ich erstmal bei den Tabletten und hab frustriert abgewartet. Irgendwann hatte ich einen Termin zur Magenspiegelung, bei dem man herausfand, dass ich eine chronische Magenschleimhautentzündung habe und einen defekten Magenpförtner. Mir wurden stärkere Magentabletten verordnet. Sonst nichts. Irgendwann hab ich natürlich die Tabletten abgesetzt. Sie hatten zwar die Probleme etwas gedämpft, aber weg waren sie nicht.

Monate später habe ich dann endlich eine Überweisung für einen Termin beim Gastroenterologen bekommen. Vor dem Termin habe ich eine Zeit lang ein Ernährungstagebuch geführt. Also immer aufgeschrieben, wann ich was gegessen habe und welche Symptome ich davon bekommen hab. Und ich habe mal versucht 1-2 Wochen auf Weizenprodukte zu verzichten. Beim Gastroenterologen habe ich dann verschiedene Tests zur Bestimmung von Lebensmittelintoleranzen gemacht. Unter anderem um festzustellen, ob ich Lactose, Gluten oder Fructose vertrage und ob ich ggf. unter einer Histaminintoleranz leide. Hierzu wurden verschiedene Tests gemacht: Sowohl durch Atemtests, als auch eine Stuhlprobe, Urinprobe und eine Blutuntersuchung.

Die Ergebnisse

Einige der Ergebnisse gab es sofort, aber auf das Ergebnis der Histaminintoleranz musste ich noch eine Zeit lang warten. Für die Besprechung der Ergebnisse habe ich einen Telefontermin bekommen, bei dem mir dann nicht einmal der Arzt, sondern eine Arzthelferin mitgeteilt hat, dass ich wohl kein Weizen vertrage, einen Mangel an Vitamin B12 und Eisen habe und unter einer Histaminintoleranz leide. Auf Rückfrage konnte sie mir nicht mal sagen, was das nun bedeutet. Nur, dass ich mir meine Werte, ein Rezept für Eisentabletten und Vitamin B12 Tabletten und ein Informationsblatt in der Praxis abholen kann.

Auf der einen Seite denkt man sich "endlich Gewissheit", auf der anderen Seite bricht erstmal eine Welt zusammen. Klingt nach keinem guten Zeichen, wenn nicht mal die Arzthelferin weiß, was eine Histaminintoleranz überhaupt ist. Aber zum Glück kann man sich in Zeiten des Internets auch gut selber informieren.